Verrückt (2002)

"normal", "Klapse", "irre", "Irrenhaus", "bescheuert", "Macke", "durchgeknallt", "ausgeklingt", "abgedreht", "Wahnsinn!" ... Diese erweiterbare Palette von Begriffen war der Ausgangspunkt für die Arbeit an der neuen Produktion des Jugendtheaters "Rollentausch" der Jugendfreizeitstätte Bümmerstede. Über Filme, Bücher (u.a. "Wenn die Seele überläuft - Kinder und Jugendliche erleben Psychiatrie", Hg.: M.-L. Knopp/K. Napp, Edition Balance) und Improvisation setzten sich 10 jugendliche Schauspieler und Schauspielerinnen sehr engagiert mit dem "Wahnsinn der Normalität und der Normalität des Wahnsinn" auseinander.

"5 - 7% psychisch auffällige Kinder und Jugendliche [in Deutschland] sind beratungs- und behandlungsbedürftig", diese Feststellung der deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie und ein wachsendes Interesse zogen Schauspieler/-innen und Leiter/-innen mehr und mehr in den Bann. Es geht um Jugendliche: um Jugendliche in Grenzsituationen, die Hilfe suchen, benötigen, aufgedrängt bekommen. Immer wieder wurden Klischeebilder mit Erfahrungsberichten konfrontiert und abgeglichen. Das "Anderssein", das "Verrücktsein" in seiner Verhältnismäßigkeit, Nähe und Abgrenzung, Vorurteile und auch das Fremde und Verrückte bei jedem selbst wurden szenisch reflektiert und durch eigene Alltagserfahrungen und Wünsche ergänzt.

AnhangGröße
Erfolg-mit-dem Stueck-verrueckt-NWZ.jpg171.22 KB
Nicht-der-sein-der-man-ist-NWZ.jpg204.05 KB
Rollentausch-praegt-Berufswuensche-NWZ.jpg307.32 KB